Das etwas andere Hobby: Ameisen

Hey du! Du interessierst dich für Ameisen? Dann bist du hier auf meiner Seite genau richtig. Hier gibt es Infos, etwas Fachwissen und wie du dann sehen kannst noch vieles mehr. Einfach mal durchstöbern und wenn du Fragen hast, werde ich die dir gerne beantworten.

Warum also Ameisen? Ameisenhaltung hört sich zunächst nach einem eher seltsamen und vor allem ungewöhnlichen Hobby an, macht aber definitiv sehr viel Spaß. Diese kleinen Insekten zu beobachten, wie jede einzelne ihre Aufgabe hat, die Kolonie ständig wächst, wie sie sich bei der Fütterung verhalten, ihre Gänge bauen… Ameisen sind die sozialsten Tiere der Erde, sie müssen also immer in einer Kolonie leben. Es gibt weltweit mehr als 13.000 verschiedene Ameisenarten. In Deutschland kommen davon etwa 115 vor. Jede einzelne Art hat verschiedene Ansprüche an den Lebensraum und die Ernährung, dies sollte man in der Haltung unbedingt beachten und sich über seine Art gut informieren.

Was sind Ameisen überhaupt:

Wie Wespen, Hummeln, Hornissen und Bienen gehören auch die Ameisen zur Gruppe der Hautflügler. Doch nur die geschlechtlich aktiven Weibchen und die Männchen tragen Flügel. Die Arbeiterinnen bleiben flügellos. Ameisen einer Art werden in so genannte Kasten gegliedert, die sich äußerlich deutlich voneinander unterscheiden: Geschlechtlich aktive Weibchen (Königinnen), Arbeiterinnen und Männchen. Die Königinnen sind am größten und tragen bis zur Begattung Flügel. Nachdem die Männchen sie in der Luft begattet haben, werfen die Weibchen ihre Flügel ab und gründen als Königinnen einen neuen Staat oder gliedern sich in ein anderes Volk ein. Die Männchen sterben nach dem Schwarmflug. Am kleinsten sind meist die Arbeiterinnen. Die drei Kasten sind in ihrem Staat auf bestimmte Aufgaben spezialisiert: Die Männchen sorgen ausschließlich für die Begattung der Königinnen. Die Königinnen – von denen in einem Nest auch mehrere leben können – sorgen für die Nachkommen. Die Arbeiterinnen erledigen alle übrigen Aufgaben: Sie gehen auf Futtersuche, bauen das Nest, versorgen Brut und Königin mit Nahrung und verteidigen den Bau gegen Angreifer.

Ameisen kommunizieren überwiegend über Duftstoffe und das gegenseitige Abtasten mit ihren Fühlern.

Einer der Gründe für den enormen Erfolg der Ameisen ist, dass sie in gut funktionierenden Staaten organisiert sind. Die Anzahl der Tiere in einem Volk schwankt zwischen wenigen Hundert und mehreren Millionen. Jede einzelne hat dabei eine bestimmte Aufgabe, die jedoch nach Bedarf auch gewechselt werden kann. Je nachdem welche Arbeit den einzelnen Ameisen zugeteilt ist, kann sich auch die Gestalt der Tiere deutlich voneinander unterscheiden. So besitzen etwa die Nestverteidiger besonders kräftige Oberkiefer.

Was benötigt man für den Anfang:

– Reagenzglas

– Watte

– Wasser

– Nest (kostengünstig aus Gips, Ytong oder ein fertiges aus Acryl oder eben direkt aus einem 3D-Drucker)

– Arena (Zubehör wie Bodengrund, Deko, Schlauch…)

– Tränke

– Pinzette

– Kronkorken

– Honig- bzw. Zuckerwasser

– Futtertiere

– Talkum (Babypuder) oder Paraffinöl

Eine Ameisenkolonie:

Eine solche Kolonie besteht aus:

Königin (Gyne): Die einzige Ameise innerhalb der Kolonie die in der Lage ist Nachkommen zu zeugen. Sie wird einmal begattet und legt ihr Leben lang befruchtete Eier. Manche Ameisenarten haben aber auch mehrere Königinnen, dies nennt man dann polygyn. Eine Kolonie ohne Königin kann also nicht wachsen und stirbt nach einiger Zeit. Die Königin kann je nach Art zwischen 2 und 30 Jahre alt werden.

Männchen: Die Männchen sorgen ausschließlich für die Begattung der Königinnen und sterben danach.

Arbeiterinnen: Das sind unfruchtbare weibliche Ameisen, die sämtliche Tätigkeiten übernehmen. Dazu gehört das Beschaffen von Nahrung, das Entsorgen von Abfall, die Pflege der heranwachsenden Ameisen, das Beschützen der Kolonie und natürlich der Königin….

Brut: So nennt man heranwachsende Ameisen. Aus den gelegten Eiern der Königin schlüpfen kleine Larven, die von den Arbeiterinnen versorgt werden. Diese Larven verpuppen sich dann und nach einiger Zeit schlüpfen die fertigen Ameisen. Hierbei unterscheidet man zwischen Nackt- und Kokonpuppen.

Gründung:

Eine claustral gründende Königin muss nicht gefüttert werden bis erste Arbeiterinnen da sind. Sie lebt während dieser Zeit von ihrer Flugmuskulatur und den Fettreserven. Man könnte also ein Reagenzglas mit beispielsweise einer Lasius niger Königin so lange in der Schublade lassen, bis erste Arbeiterinnen geschlüpft sind (nur das Wasser im Reagenzglasnest sollte immer ausreichend sein).

Bestimmte Ameisenarten gründen semiclaustral, das bedeutet, dass sie während der Gründungsphase das Nest verlassen müssen, um Futter zu holen, da sie selbst nicht über genügend Reserven verfügen, um sich und die erste Brut zu ernähren.
Die Gründung solcher Arten im Reagenzglas (ohne Möglichkeit dieses zu verlassen) kann jedoch auch funktionieren, indem man der Königin Nahrung wie winzige Mengen Honig, Zuckerwasser und Proteine (kleine Fliegen, Heimchen o.ä.) zur Verfügung stellt.

Vorteile der Ameisenhaltung:

Keine störende und laute Geräusche

Wenig Platzansprüche

Finanzielle Ausgaben halten sich in Grenzen

Fütterung 1-2 x pro Woche

Keine Allergien

Kein Gassigehen

Keine Tierarztbesuche und Kosten

Einstieg in dieses tolle Hobby:

Es gibt natürlich sehr viele verschiedene Ameisenarten, die man halten kann – natürlich sind auch viele exotische Arten käuflich zu erwerben. Doch gerade für Anfänger sind die einheimischen Arten wesentlich besser geeignet. Eine recht anfängerfreundliche Art ist zum Beispiel Lasius niger, also die Schwarze Wegameise. Diese Art ist der perfekte Start für dieses unglaubliche Hobby.

Die Haltung:

Zu Beginn werden junge Kolonien in Reagenzgläsern gehalten und erst ab einer gewissen Koloniegröße wird ihnen ein größeres Formicarium (Terrarium für Ameisen) angeboten. Für den Bau eines „Neströhrchens“ füllt man ein Reagenzglas bis zu einem Drittel mit Wasser und schiebt dann einen Wattebausch in das Reagenzglas bis direkt zum Wasser. Die Watte sollte sich vollsaugen und den so entstandenen „Wassertank“ fest verschließen. Der vordere Bereich bildet die „Nistkammer“ in der die Königin ihre Eier legen kann. Das Reagenzglas wird mit einem zweiten Wattebausch verschlossen und waagerecht gelagert. Außerdem sollte man die Kolonie in Ruhe gründen lassen und nicht andauernd nachsehen (auch wenn dies immer wieder sehr verleitet), da Ameisen gerade zu Beginn etwas stressempfindlich sind.

Das Formicarium besteht aus zwei Teilen, welche miteinander verbunden sind. Der erste Teil bildet das sogenannte Nest. Im Nestbereich leben die Ameisen und ziehen dort ihre Nachkommen auf. Auch die Königin befindet sich hier und wird beschützt und versorgt. Natürlich bevorzugen verschiedene Ameisenarten auch unterschiedliche Nester – z.B. unter der Erde, in Holz oder unter Steinen. Das Nest muss je nach Art immer leicht feucht gehalten werden, das ist besonders wichtig. In einem Nest verwendet man abgesehen von reinen Erdnestern kaum Bodengrund. Sinnvoll ist hier ein Granulat (z.B. Seramis), welches Feuchtigkeit speichern kann und das Nest so besser feucht gehalten werden kann.

Der zweite Teil ist die Arena. Diese dient den Ameisen als Auslauf und zur Futterbeschaffung. Außerdem entsorgen die Tiere hier ihren Abfall. In der Arena werden Futternäpfe und eine Tränke platziert, die beide regelmäßig befüllt werden müssen. Als Bodengrund eignet sich hier eine Sand-Mischung. Zur Dekoration eignet sich natürlich alles was ungiftig ist. Auch die Reinigung ist sehr wichtig und deshalb sollte man regelmäßig alte Nahrungsreste und Abfall aus der Arena entfernen, da Ameisen sehr reinliche Tiere sind.

In der Regel sind Formicarien modular gestaltet, das heißt sie können jederzeit erweitert werden, sobald die Kolonie größer wird.

Ausbruchschutz:

Durch Anstreichen steiler Wände mit (Paraffin-)Öl wird den Ameisen das Erklimmen dieser deutlich erschwert, wenn nicht sogar gänzlich verhindert. Der Vorteil liegt hier in der besonders einfachen Umsetzung der Sicherung und des geringen Wartungsaufwandes. Leider verenden oftmals einige Tiere am Öl, da es ihnen die Atemorgane (Tracheen) verklebt.

Talkum wird zuerst mit Wasser zu einem Brei vermischt und dann mit einem Pinsel auf die Wände aufgetragen. Nach einer Trocknungszeit muss bei besonders kleinen Ameisenarten die Talkumoberfläche mit dem Finger oder einem feinen Haarpinsel aufgeraut werden. Versuchen die Ameisen dann, über die Talkumschicht zu laufen, bröseln die winzigen Partikel ab, und die Beine der Tiere finden keinen Halt. Dies ist bei erfahrenen Haltern die bevorzugte Methode, da sie sehr sicher ist und die Beschichtung nicht so oft erneuert werden muss.

PTFE, auch als Teflon bekannt, wird flüssig aufgetragen. Nach dem Trocknen bildet es einen dünnen Film, der keinerlei Unebenheiten bietet. So finden die Ameisen keinen Halt. Wichtig ist, dass das PTFE sehr dünn und sauber aufgetragen wird, da sich sonst Risse bilden, an denen die Ameisen Halt finden. Ein weiteres Problem sind die Silikonnähte des Formicariums, da auf diesen das PTFE schlecht hält. Dieses Problem kann dadurch gelöst werden, dass ein Streifen Klebefilm über das Silikon geklebt und anschließend mit PTFE bestrichen wird.

Das Futter und die Feuchtigkeit:

Wie oft Ameisen gefüttert werden, hängt von der Art und natürlich von der Größe der Kolonie ab. Sie können längere Zeit ohne Nahrung überleben, ohne Wasser aber nur wenige Tage. Es ist also wichtig, dass man regelmäßig das Nest befeuchtet und frisches Wasser in einer Tränke bereitstellt. Der Speiseplan der Ameisen sieht je nach Art unterschiedlich aus. Die meisten brauchen allerdings Proteine und Kohlenhydrate. Proteine werden meist in der Form von Insekten bereitgestellt und werden hauptsächlich für die Larven benötigt. Kohlenhydrate können Ameisen aus Zuckerwasser oder Honig beziehen.

Der Standort:

Der Standort der Ameisen sollte gut durchdacht sein. Die Tiere mögen weder Vibrationen, noch zu hohe Temperaturen oder grelles Licht. Daher sollte man die Insekten nicht in die Nähe eines Lautsprechers, Fernsehers oder sonstigen „Lärmproduzenten“ stellen. Auch nicht direkt auf das Fensterbrett oder im direkten Sonnenlicht. Besser ist ein Platz, an dem es nicht allzu hell und heiß wird und an dem das Nest bei Bedarf vollständig abgedunkelt werden kann.

Die Winterruhe:

Ausnahmslos einheimischen Arten – und auch viele fremde – müssen überwintert werden. In der freien Natur würden sich die Ameisen tief in ihr Nest zurückziehen und wenn es kälter wird, beschränken sie ihre Aktivität auf ein Minimum. Bei sehr niedrigen Temperaturen verfallen die Ameisen in die Winterstarre. Der genaue Ablauf der Winterruhe, sowie auch die benötigten Temperaturen, sind von Art zu Art unterschiedlich. Doch wer sich Ameisenhaltung als Hobby aussucht, muss damit rechnen, dass im Winter nicht nur Lebensmittel, sondern auch Ameisen im Kühlschrank, im kühlen Keller oder in der Garage zu finden sind. Diese Temperatur sollte bei unseren einheimischen Arten zwischen 0 und 10 Grad Celsius liegen. In dieser Zeit müssen die Tiere nicht oder bei Bedarf nur sehr wenig gefüttert werden. Allerdings sollte die Feuchtigkeit regelmäßig kontrolliert werden. Die Winterruhe dauert etwa von Oktober bis März.

Heimische Arten zum Einstieg:

Lasius Niger:

Beste Einsteigerart, aktive Ameise, Erd-, Gips- Ytong- oder 3D-Nest, bei Zimmertemperatur, benötigt Winterruhe

Serviformica fusca:

Aktive Art mit einer tollen Färbung, keine hohen Ansprüche an, schnell wachsend, Gips- oder Ytong-Nest, Zimmertemperatur, Winterruhe

Camponotus ligniperdus und Camponotus herculeanus:

Größte einheimische Arten, langsames Wachstum der Kolonie, eher etwas schwieriger zu halten, etwas wärmere Zimmertemperatur, benötigt Winterruhe

Manica rubida:

Interessante und eher seltene Art, wenig angriffslustig, aber ihr Stich ist äußerst schmerzhaft, feuchtes Erd-, Gips- oder Ytong-Nest, normale Zimmertemperatur, benötigt Winterruhe

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